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Handy, Social Media & Gaming

Wieviel Zeit an Bildschirm oder Handy ist noch normal?

Vielleicht hast du von deinen Eltern schon öfter gehört, dass du zu viel am Handy hängst oder zu viel zockst. Smartphone, Computer und Social Media gehören zur heutigen Zeit und unserem Leben dazu. Zocken, Videos ansehen, liken und posten macht Spaß. Doch ab wann spricht man von einer Handysucht? Und wieviel Bildschirmzeit ist zu viel? Die wichtigsten Infos über Handysucht und die Sucht nach Internet und Gaming für dich.

Wieviel Zeit an Bildschirm oder Handy ist noch normal?

Vielleicht hast du von deinen Eltern schon öfter gehört, dass du zu viel am Handy hängst oder zu viel zockst. Smartphone, Computer und Social Media gehören zur heutigen Zeit und unserem Leben dazu. Zocken, Videos ansehen, liken und posten macht Spaß. Doch ab wann spricht man von einer Handysucht? Und wieviel Bildschirmzeit ist zu viel? Die wichtigsten Infos über Handysucht und die Sucht nach Internet und Gaming für dich.

Video: Können Handy und Computer süchtig machen?

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Was ist eine Handysucht oder Internetabhängigkeit?

  • Es gibt einige Begriffe für die übermäßige Nutzung von Online-Medien, zum Beispiel: Handysucht, Internetabhängigkeit, Computerspielsucht oder Internetnutzungsstörungen.
  • Dabei kann man abhängig von unterschiedlichen Aktivitäten im Internet werden, wie etwa von Social Media, Computerspielen, Shopping, Pornographie oder auch Glücksspielen.
  • Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bezeichnen diese Störungen auch als Verhaltenssucht.

Was sind Anzeichen für eine Handysucht oder eine Internetabhängigkeit?

  • Erste Anzeichen für eine Handysucht oder Internetsucht sind zunehmende Schwierigkeiten, die Kontrolle über die Zeit am Handy oder Computer zu behalten und mit der Aktivität aufzuhören.
  • Wenn du wichtige Bereiche im Leben wie die Schule, Familie und Freunde, Essen oder Hobbys vernachlässigst, weil du zu viel Zeit am Handy oder vor dem Computer verbringst.
  • Ein weiterer Hinweis für eine Handysucht oder Internetabhängigkeit ist, wenn du wie gewohnt weitermachst, obwohl du merkst, dass dadurch Probleme oder negative Folgen für dich entstehen.
  • Darüber hinaus gilt man dann als abhängig, wenn das Verhalten zu deutlichen Beeinträchtigungen im Leben oder einem Leidensdruck führt.
Gut zu wissen

Die Entwicklung einer Online-Sucht hat einiges gemeinsam mit der Entwicklung einer Abhängigkeit nach bestimmten Suchtmitteln wie Alkohol, Tabak oder Cannabis. Für die Diagnose von Abhängigkeit gibt es genaue Kriterien. Die Diagnose muss jedoch immer von einer Fachperson wie einem Arzt oder einer Ärztin, einem Psychologen oder einer Psychologin gestellt werden.

Warum können Internet und Handy süchtig machen?

Es gibt mehrere Gründe, warum manche Menschen abhängig von bestimmten Aktivitäten im Internet, am Computer oder am Smartphone werden können. Finde die Gründe heraus, indem du auf die Emojis in unserer interaktiven Grafik klickst oder tippst.

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Darum können Internet und Smartphone süchtig machen

  • Manche Personen sind durch bestimmte Eigenschaften wie einem geringen Selbstwertgefühl, psychischen Problemen oder Erkrankungen sowie ungünstigen Lebensbedingungen anfälliger dafür, eine Sucht zu entwickeln.
  • Auch Einsamkeit oder der Wunsch nach Anerkennung durch Andere kann dazu beitragen, dass bestimmte Menschen eine Abhängigkeit von ihrem Handy, ihrem PC oder bestimmten Aktivitäten im Internet entwickeln.

  • Aktivitäten wie Online-Gaming, Videos anschauen, Online-Shopping oder Scrollen durch Social Media können angenehme Gefühle wie Freude oder Entspannung auslösen und negative Gefühle wie Stress oder Traurigkeit bekämpfen.
  • Diese positiven Gefühle entstehen durch bestimmte Reize oder Belohnungen der Online-Medien wie Erfolge in einem Computerspiel oder positive Reaktionen auf Social Media.
  • In besonders belohnenden Momenten wie beim Erreichen eines neuen Levels in einem Spiel, schüttet dein Körper das Glückshormon Dopamin aus. Wenn du die übermäßige Internetnutzung fortsetzt, wird auch dein Gehirn schrittweise empfindlicher und aufmerksamer für diese Reize und für dich steigt die Bedeutung der Aktivität.
  • Mit der Zeit gewöhnt sich dein Gehirn an die Reize. So sind immer längere Nutzungszeiten am Smartphone oder des Online-Games erforderlich, um die angenehmen Gefühle zu erreichen.

  • In vielen Apps und Spielen sind bestimmte Mechanismen programmiert, die dich verlocken, sie immer länger zu nutzen, zum Beispiel Belohnungssysteme, Vergleiche mit anderen Menschen, Gruppendruck, Angst vor dem Verpassen von Informationen („Fear of missing out“) und soziale Bestätigung.
  • Auch die unendlich vielen Bilder und Videos durch die du in sozialen Medien oder auf Streaming-Diensten scrollen kannst, tragen zu einer langen Nutzungszeit bei. Man nennt diesen Mechanismus auch „Infinite Scroll“ oder „Endless streaming“.
  • Viele Apps tracken (beobachten) unser Nutzungsverhalten. Im Newsfeed werden einem dann meist nur Dinge angezeigt, die einen besonderen Reiz ausmachen, weil man sie gerne sieht, aber auch weil man sich zum Beispiel darüber aufregt.

Was sind die Folgen von zu viel Bildschirmzeit, Handysucht oder Internetabhängigkeit?

Welche Folgen zu viel Zeit vor dem Handy, Fernseher und Computer für Körper und Seele haben kann, untersuchen Forschende schon länger. Manche Forschungsergebnisse, insbesondere zu den langfristigen Folgen sind noch nicht eindeutig. Eine Reihe von sozialen Folgen ist allerdings bekannt. Gesicherte Erkenntnisse zu den Folgen von Handysucht und zu viel Bildschirmzeit sind:  

  • Übergewicht durch zu viel Sitzen und „Snacken“
  • Vielfältige zukünftige Gesundheitsprobleme durch zu wenig Bewegung
  • Schlechter und zu wenig Schlaf
  • Psychische Probleme wie Stress, Angst und Depressionen
  • Trockene Augen
  • Nacken- und Rückenschmerzen
  • Schlechtere Leistungen und Noten in Ausbildung und Beruf
  • Sozialer Rückzug
  • Konflikte in Familie, Freundeskreis und Partnerschaft
  • Zerbrochene Beziehungen
  • Große Geldausgaben (bei Computerspielen und Shopping)

Wie kriege ich meine Bildschirmzeit in den Griff?

Hier sind einige Tipps, wenn du deine Bildschirmzeit am Handy, vor dem Computer oder dem Fernseher reduzieren möchtest:

  • Finde Gründe: Begründe für dich selbst, warum du deine Bildschirmzeit reduzieren möchtest. Du könntest dir zum Beispiel folgende Fragen stellen: Möchte ich meine Noten verbessern und das Handy bei den Hausaufgaben weglassen? Was könnte ich in der Zeit schaffen, die ich sonst am Handy verbringe? Was würde mir eigentlich mehr Spaß machen oder mich längerfristig zufrieden machen?
  • Beobachte dein Verhalten: In welchen Situationen greifst du zum Handy oder möchtest zocken? Schreibe diese Situationen auf. So erkennst du vielleicht ein Muster.
  • Setze dir klare Ziele und Grenzen: Lege fest, wie viel Zeit du pro Tag vor dem Bildschirm verbringen möchtest. Setze dir klare Regeln, wann und wie lange du dein Handy oder deinen Computer nutzt.
  • Erstelle einen Zeitplan: Plane feste Zeiten ein, in denen du am Handy, vor dem Computer oder Fernseher bist. Zum Beispiel schläfst du besser, wenn du kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr am Handy bist.
  • Finde alternative Aktivitäten und Hobbies: Es gibt genügend coole Aktivitäten, für die man kein Handy braucht. Dazu gehören Sport, Lesen, Musik machen, Freunde treffen oder kreative Hobbys.
  • Genieße Momente: Manchmal fällt uns gar nicht auf, dass wir bestimmte Momente oder schöne Spots nur noch durch unsere Handykamera sehen. Es lohnt sich, das Handy auch mal wegzulegen und sich nur auf das Erlebnis zu konzentrieren.
  • Entferne Ablenkungen: Deaktiviere Benachrichtigungen oder stelle sie auf stumm, wenn du eine Aufgabe erfüllen sollst. Halte Geräte außer Sichtweite, wenn du sie nicht nutzen möchtest.
  • Nutze Hilfsmittel: Es gibt verschiedene Apps und Tools, die dir helfen können, deine Bildschirmzeit und die Zeit auf bestimmten Apps zu überwachen und zu begrenzen.
Wieviel Bildschirmzeit ist ok?

Kinderärztinnen und Kinderärzte sagen, dass Jugendliche über 12 Jahre bis zu 2 Stunden am Tag damit verbringen können.

Wo finde ich Hilfe und Beratung, wenn ich Probleme mit meinem Online-Konsum habe?

Du möchtest deine Bildschirmzeit reduzieren oder vom Gamen loskommen, hast es aber bis jetzt nicht geschafft? Du bist nicht allein und es ist in Ordnung, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

  • Auf der Webseite www.ins-netz-gehen.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung findest du Informationen und Selbsttests zum Thema Mediennutzung. Dort gibt es auch eine kostenlose und professionelle Online-Beratung und einen Beratungsstellenfinder für Hilfsangebote in deiner Nähe.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Rumpf von der Universität zu Lübeck, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie hat diesen Beitrag wissenschaftlich gecheckt.

  • Brand, M., Young, K. S., Laier, C., Wölfling, K., & Potenza, M. N. (2016). Integrating psychological and neurobiological considerations regarding the development and maintenance of specific Internet-use disorders: An Interaction of Person-Affect-Cognition-Execution (I-PACE) model. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 71, 252–266.
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. DGKJ. SK2-Leitlinie: Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in der Kindheit und Jugend 1. Auflage 2022. AWMF-Register Nr. 027-075
  • Jones, A., Armstrong, B., Weaver, R. G., Parker, H., Von Klinggraeff, L., & Beets, M. W. (2021). Identifying effective intervention strategies to reduce children’s screen time: A systematic review and meta-analysis. International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity, 18(1), 126.
  • Montag, C., Lachmann, B., Herrlich, M., & Zweig, K. (2019). Addictive Features of Social Media/Messenger Platforms and Freemium Games against the Background of Psychological and Economic Theories. International Journal of Environmental Research and Public Health, 16(14), 2612.
  • Pardhan, S., Parkin, J., Trott, M., & Driscoll, R. (2022). Risks of Digital Screen Time and Recommendations for Mitigating Adverse Outcomes in Children and Adolescents. Journal of School Health, 92(8), 765–773. 
  • Rumpf, H.-J., Batra, A., Bischof, A., Hoch, E., Lindenberg, K., Mann, K., Montag, C., Müller, A., Müller, K. W., Rehbein, F., Stark, R., Wildt, B. T., Thomasius, R., Wölfling, K., & Brand, M. (2021). Vereinheitlichung der Bezeichnungen für Verhaltenssüchte. SUCHT, 67(4), 181–185.
  • Stiglic, N., & Viner, R. M. (2019). Effects of screentime on the health and well-being of children and adolescents: A systematic review of reviews. BMJ Open, 9(1), e023191.

Letzte Aktualisierung: 23.10.2023