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Gesundheitskompetenz in der Schule

Definition: Was ist Gesundheitskompetenz?

Gesundheitskompetenz ("Health Literacy") umfasst die individuelle Fähigkeit,

• (schriftliche) Gesundheitsinformationen zu finden,

• zu verstehen,

• die Bedeutung für die eigene Lebenssituation zu beurteilen und

• das neue Wissen sinnvoll anzuwenden und für eigene gesundheitlich relevante Entscheidungen zu nutzen.

In neueren Definitionen von Gesundheitskompetenz werden auch die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen mit einbezogen: Auch diese können förderlich oder hinderlich für gesundheitsbezogene Entscheidungen sein.

Studien zur Gesundheitskompetenz in Deutschland

58,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland weisen eine geringe Gesundheitskompetenz auf, dies zeigen die Ergebnisse des zweiten Health Literacy Survey (HLS-Ger-2). Diese Menschen haben Schwierigkeiten, gesundheitsrelevante Informationen zu finden, einzuordnen und zu nutzen. Im Verlauf der letzten Jahre hat sich die Gesundheitskompetenz gegenüber früheren Untersuchungen sogar verschlechtert.

Auffällig ist zudem, dass viele Jugendliche eine geringe Gesundheitskompetenz aufweisen. Laut den Ergebnissen der GeKoJu-Studie des Robert Koch-Instituts berichtet etwa die Hälfte der befragten Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren (51 Prozent) über viele oder einige Schwierigkeiten im „Umgang mit gesundheitsbezogenen Informationen“. Bei 73 Prozent liegt ein geringes und moderates „Gesundheitswissen“ vor.

Förderung von Gesundheitskompetenz in der Schule

Die Förderung der Gesundheitskompetenz sollte also möglichst bereits im Kindes- und Jugendalter beginnen. Den Einrichtungen des Erziehungs- und Bildungssystems kommt also eine besonders wichtige Rolle zu. Schulische Angebote können auch Kinder aus Familien erreichen, in denen etwa sprachliche oder familiär bedingte Barrieren für ein gesundheitskompetentes Handeln bestehen.

Je früher desto besser - frühe Interventionen zur Förderung der Gesundheitskompetenz sind von großer Bedeutung. So stellt der Nationale Aktionsplan für Gesundheitskompetenz an die erste Stelle seiner Handlungsempfehlungen, dass das Erziehungs- und Bildungssystem in die Lage versetzt werden muss, die Förderung von allgemeiner und digitaler Gesundheitskompetenz so früh wie möglich im Lebenslauf zu beginnen. Darüber hinaus besteht ein Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und niedriger Gesundheitskompetenz. Die Förderung von Gesundheitskompetenz in der Schule kann dazu beitragen, diesen Zusammenhang abzuschwächen.

Zum einen geht es darum, Lehrplaninhalte und Unterrichtsthemen zur Förderung der Gesundheitskompetenz in der Schule auszubauen. Zum anderen kann auch die organisationale Gesundheitskompetenz in der Schule als Einrichtung weiterentwickelt werden – dazu zählen Themen wie Alltagsgestaltung rund um die Schule, Aus-, Fort- und Weiterbildung der Schulteams, Kooperationen mit externen Akteurinnen und Akteuren sowie die Bereitstellung entsprechender Ressourcen.

Wichtig dabei: Es sollte keine Zusatzbelastung für die Verantwortlichen in den Schulen entstehen. Hier setzt clever.gesund mit seinen Angeboten an.

Dr. sc. hum. Birgit Hiller vom Krebsinformationsdienst hat diesen Beitrag wissenschaftlich überprüft.

  • Bundesministerium für Gesundheit (2023): Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung [Letzter Abruf: 31.07.2023]
  • Loer, A.-K. M., Domanska, O. M., Stock, C., & Jordan, S. (2020): Subjective Generic Health Literacy and Its Associated Factors among Adolescents: Results of a Population-Based Online Survey in Germany. International Journal of Environmental Research and Public Health, 17(22), 8682.
  • Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz (2021): Zweiter Health Literacy Survey Germany (HLS-GER 2) veröffentlicht. [Letzter Abruf: 31.07.2023]
  •  Schaeffer, D., Berens, E.-M., Gille, S., Griese, L., Klinger, J., de Sombre, S., Vogt, D., Hurrelmann, K. (2021). Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland – vor und während der Corona Pandemie: Ergebnisse des HLS-GER 2. Bielefeld: Interdisziplinäres Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung (IZGK), Universität Bielefeld.
  • Sørensen, K., Van Den Broucke, S., Fullam, J., Doyle, G., Pelikan, J., Slonska, Z., Brand, H., & (HLS-EU) Consortium Health Literacy Project European. (2012). Health literacy and public health: A systematic review and integration of definitions and models. BMC Public Health, 12(1), 80.

Letzte Aktualisierung: 23.10.2023