Asthma - Wenn das Atmen plötzlich schwerfällt
Atmen – das ist doch eigentlich das einfachste der Welt, oder? Wenn du unter Asthma leidest, stimmt das leider nicht mehr. Dann kann es vorkommen, dass du nach Atem ringst. Was ist eigentlich Asthma? Und wie beeinflusst es deinen Alltag? Wir haben recherchiert und für dich die wichtigsten Infos zusammengefasst.
Atmen – das ist doch eigentlich das einfachste der Welt, oder? Wenn du unter Asthma leidest, stimmt das leider nicht mehr. Dann kann es vorkommen, dass du nach Atem ringst. Was ist eigentlich Asthma? Und wie beeinflusst es deinen Alltag? Wir haben recherchiert und für dich die wichtigsten Infos zusammengefasst.
Was ist Asthma?
- Medizinisch korrekt heißt es eigentlich „Asthma bronchiale“, umgangssprachlich wird häufig aber einfach „Asthma“ gesagt. Das Wort Asthma kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Beklemmung“ oder „Keuchen“. Das beschreibt ganz gut die Symptome von Asthma.
- Das Wort „bronchiale“ beschreibt, wo die Krankheit im Körper passiert, nämlich in den Bronchien. Die Bronchien sind die Luftwege in der Lunge. Wenn du von Asthma betroffen bist, kann deine Atemluft nicht mehr ungehindert in die Lunge ein- und ausströmen.
- Der Grund: die Bronchien der Lunge sind verengt und dauerhaft entzündet. Vor allem das Ausatmen ist erschwert. Dadurch bleibt bei jedem Atemzug mehr Luft in deiner Lunge zurück als bei Menschen, deren Lunge gesund ist. In deiner Lunge ist also immer weniger Raum für frische, sauerstoffreiche Luft und die Atemnot nimmt zu.
Asthma wird als eine chronische Erkrankung bezeichnet, weil die Bronchien dauerhaft entzündet sind und die Krankheit immer wieder auftreten kann, auch wenn du dich zwischendurch gut fühlt.
Teste dein Wissen zu Asthma mit unserem Quiz!
Die beiden Hauptformen von Asthma
Bei Asthma werden zwei Hauptformen unterschieden: allergisches und nicht-allergisches Asthma.
Allergisches Asthma
Wie der Name schon verrät, liegt beim allergischen Asthma eine Allergie und ein Asthma vor. Das bedeutet, allergisches Asthma entsteht, wenn dein Körper überempfindlich auf bestimmte Stoffe reagiert, die eigentlich harmlos sind. Diese Stoffe werden Allergene genannt und dazu zählen zum Beispiel:
- Pollen,
- Tierhaare,
- Hausstaubmilben oder
- Schimmel
Die Beschwerden beim allergischen Asthma treten vor allem bei Kontakt mit dem Allergen auf, zum Beispiel draußen bei Pollenflug. Auch bei Infekten oder Anstrengung können Symptome auftreten.
Vor allem Kinder und Jugendliche leiden an allergischem Asthma. Wenn du betroffen bist, kannst Du auch noch andere allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen haben, und manchmal auch Neurodermitis.
Nicht-allergisches Asthma
Es gibt auch das nicht-allergische Asthma, das vor allem bei Erwachsenen und seltener bei Kindern und Jugendlichen vorkommt. Hier sorgen keine Allergene, sondern andere Reize dafür, dass die Bronchien sich verengen und entzünden. Typische Reize sind z.B.:
- Infekte der Atemwege,
- körperliche Belastung,
- Einatmen kalter Luft oder
- Stress
Wie fühlt sich Asthma an? – Probiere es aus!
- Versuche, durch einen Strohhalm ein- und auszuatmen. Wie fühlt sich das an?
- Durch die künstliche Verengung des Strohhalms kommt bei der Einatmung zum einen viel weniger Luft in deine Lunge, zum anderen wird dir das Ausatmen schwerer fallen.
- Oder versuche mehrmals einzuatmen, ohne zwischendurch auszuatmen. Dabei füllt sich deine Lunge immer weiter mit Luft, die aber nicht mehr genutzt werden kann.
Was sind Anzeichen und Symptome von Asthma?
Geht dir beim Sport mal die Puste aus? Das ist ganz normal!
Wenn du jedoch häufig auch ohne Anstrengung Beschwerden wie
- Atemnot,
- Husten oder
- pfeifende Atemgeräusche
beim Ausatmen hast, könnte das ein Asthma sein. Manchmal kommt auch zäher Schleim dazu, der sich kaum abhusten lässt. Ein paar einfache Untersuchungen bei deiner Ärztin oder deinem Arzt können Klarheit schaffen, ob du an Asthma erkrankt bist.
Obwohl die Entzündung der Atemwege dauerhaft besteht, ist es für Asthma typisch, dass die Beschwerden anfallsartig auftreten und sich die Symptome in Schüben bemerkbar machen. Es gibt aber, wenn das Asthma nicht gut eingestellt ist, auch kontinuierliche Symptome.
Ein Symptom ist ein Anzeichen, das auf eine Krankheit im Körper hinweist.
Wie wird Asthma erkannt?
In diesem Video findest du alle Einzelheiten und Untersuchungen, die von deiner Ärztin oder deinem Arzt durchgeführt werden, um festzustellen, ob du an Asthma erkrankt bist. Das Video wurde uns vom Lungeninformationsdienst von Helmholtz Munich zur Verfügung gestellt, einem Partnerportal von clever.gesund.
Wie stellt mein Arzt oder meine Ärztin fest, ob ich Asthma habe?
Asthma wird durch deine Ärztin oder deinen Arzt festgestellt. Dafür stellt dir deine Ärztin oder dein Arzt gezielte Fragen, zum Beispiel welche Symptome du hast und in welchen Situationen die Beschwerden auftreten. Außerdem erfolgen noch einige medizinische Tests:
- Körperliche Untersuchung
Hierbei untersucht deine Ärztin oder dein Arzt deinen Körper im Detail.- Es wird dabei auch auf die Form deines Brustkorbes geachtet und geschaut welche Farbe deine Lippen und Fingernägel aufweisen. Sind diese bläulich verfärbt, spricht das dafür, dass bei dir ein Sauerstoffmangel im Blut vorliegt.
- Außerdem wird deine Lunge mit einem Stethoskop abgehorcht. Deine Ärztin oder dein Arzt kann so hören, ob du eine pfeifende Atmung hast oder deine Ausatmung besonders lang ist.
- Lungenfunktionsprüfung
Dabei prüft deine Ärztin oder dein Arzt mit verschiedenen Geräten, ob Luft frei durch deine Atemwege strömen kann oder ob deine Bronchien verengt sind. Mehr Details zu diesen Messungen erfährst du in unserem Video. - Allergietest
Ob du Allergien hast, kann mithilfe eines Hauttests oder Bluttests bestimmt werden. Diese Untersuchung hilft zu unterscheiden, ob du an allergischem oder nicht-allergischem Asthma leidest.
Asthma ist mit Medikamenten in der Regel gut behandelbar.
Kann man Asthma beeinflussen?
Teilweise ja! Folgende Faktoren verschlechtern dein Asthma:
- Jede Form von Rauchen (aktiv und passiv)
- Übergewicht
- Häufige Infektionen der Atemwege
- Erhöhte Luftverschmutzung
- Zu viel Stress oder Aufregung
- Erbliche Veranlagung
Bewegung und Sport können dein Asthma positiv beeinflussen. Bei manchen Menschen kann körperliche Anstrengung ein sogenanntes Belastungsasthma auslösen. Belastungsasthma tritt meist während oder kurz nach der körperlichen Anstrengung auf. Trotzdem ist Bewegung für Asthmatiker wichtig und möglich, wenn die Krankheit gut behandelt ist.
Sport
- stärkt deine Lunge,
- macht dich fitter und
- kann deine Asthmabeschwerden reduzieren.
Wie beeinflusst Asthma meinen Alltag?
Ja, das ist wichtig! Es wird empfohlen, sich alle drei Monate untersuchen zu lassen.
Deine Ärztin oder dein Arzt prüft, wie es deiner Lunge geht. So kann frühzeitig erkannt werden, ob es Veränderungen in deiner Lunge gibt, auch wenn du diese noch nicht spürst.
In einigen Fällen bessert sich Asthma im Laufe der Jahre oder verschwindet ganz, besonders wenn es in der Kindheit nur leicht ausgeprägt war.
Aber: Asthma kann auch im Erwachsenenalter bleiben, später wieder auftreten oder sich verschlechtern. Auslöser können etwa
- Rauchen,
- Infekte,
- Allergien oder
- unregelmäßige Medikamenteneinnahme sein.
Deshalb ist es wichtig, dass du dein Asthma ernst nimmst. Dazu gehört eine konsequente Behandlung und eine regelmäßige ärztliche Kontrolle. So kannst du langfristig gut damit umgehen, egal wie es sich entwickelt.
Ja, auch mit Asthma darfst du feiern, lachen, tanzen und deine Hobbys ausüben, egal ob Fußball, Musik oder Basteln.
Wichtig ist aber: passe gut auf deine Lunge auf, nimm deine Medikamente richtig und regelmäßig ein und höre auf deinen Körper.
Nein, das geht nicht. Asthma ist keine ansteckende Erkrankung.
Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Atemwege, keine Infektion wie bei einer Erkältung oder Grippe. Niemand kann sich bei einer Person mit Asthma „anstecken“.
Nicht grundsätzlich. Asthma hat körperliche Ursachen. Meist stecken eine Überempfindlichkeit der Atemwege und oft auch Allergien dahinter. Psychische Faktoren wie Stress oder Angst können Asthmabeschwerden zwar verstärken, sind aber nicht die Ursache der Erkrankung.
Auch mit Asthma kannst du fast jeden Beruf ausüben. Einige Berufe können die Atemwege jedoch mehr belasten als andere. Sprich dich daher vor deiner Berufswahl mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Dieser Text ist in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Bianca Schaub vom Dr. von Haunerschen Kinderspital, LMU Klinikum und dem Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) und dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) entstanden.
- Global Initiative for Asthma: Global Strategy for Asthma Management and Prevention, 2025.
- Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Version 5.0. 2024.
- Lommatzsch Marek et al. S2k-Leitlinie zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma 2023.
Letzte Aktualisierung: 26.11.2025